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Warum die Toleranz gegenüber der Queercommunity Grenzen hat

Ich mache keinen Hehl daraus: Ich habe auch in der heutigen Zeit ein sehr konservatives Menschenbild, gerade wenn es um das klassische Modell der Familie geht. Wer mich deshalb als altmodisch oder Ewiggestrigen abstempelt, wenn ich die Queercommunity kritisch sehe, liegt damit nicht einmal völlig falsch – und ich kann bestens damit leben. Schließlich wurde uns bereits im Biologieunterricht unmissverständlich beigebracht, dass es zur Zeugung eines Kindes nach wie vor einen Mann und eine Frau braucht. Hätte die Evolution es anders gewollt, könnten zwei Männer oder zwei Frauen heute auf ganz natürlichem Wege Nachwuchs zeugen. Es mag an unserer Erziehung liegen, dass dieses Bild tief verankert ist. Wäre es damals schon anders gewesen, hätte so manch ein heutiger CSD-Besucher überhaupt nie das Licht der Welt erblickt.

Doch drängt sich mir seit langem eine grundlegende Frage auf: Ist es ein Widerspruch, wenn ich sage, ich akzeptiere und respektiere andere Lebensweisen, will aber schlichtweg nicht damit belästigt werden? Ist es unrecht, für sich in Anspruch zu nehmen, bestimmte Dinge im ganz persönlichen Umfeld nicht sehen zu wollen? Nicht aus mangelndem Respekt, sondern weil man sich davon schlicht belästigt fühlt?

Mir ist völlig klar, dass diese Fragen provokant sind, polarisieren und mich angreifbar machen. Damit habe ich kein Problem. Als Alphamensch ist es für mich seit jeher selbstverständlich, bei Gegenwind zu meinem Standpunkt zu stehen. Und mal ehrlich: Wer von der Gesellschaft permanent Toleranz, Verständnis und Gleichstellung einfordert, der sollte erst recht in der Lage sein, eine kritische Haltung auszuhalten.

Kein theoretisches Konstrukt: Berührungspunkte aus der eigenen Familie

Man wirft Kritikern wie mir gerne vor, man würde das Thema nur aus der Distanz betrachten oder aus einer grundsätzlichen Fremdenfeindlichkeit heraus. Doch das Gegenteil ist der Fall. Homosexualität ist auch in dieser Verwandtschaft vorhanden – darunter ein schwuler Halbbruder sowie eine lesbische und eine bisexuelle Cousine. Ich kenne das Thema also aus nächster Nähe.

Nur zur Klarstellung: Es funktioniert deshalb im privaten Rahmen „reibungslos“, weil es schlicht keinerlei Reibungspunkte gibt. Ich habe zu meinem Halbbruder keinen Kontakt mehr und zu meinen Cousinen auch nur dann, wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt. Wir haben null Gemeinsamkeiten, und ich verschwende keine Zeit an Menschen, mit denen ich auf keiner Wellenlänge liege. Mal ganz abgesehen davon, dass ich adoptiert bin – ein Umstand, der mir damals vor vielen Jahren auch nur deshalb zufällig eröffnet wurde, weil ich die Papiere für meine Heirat brauchte. Zuvor hatte man mich 28 Jahre lang im Unwissen gelassen und mich somit belogen. All diese Zeit hat mich gelehrt, dass ich selber die einzige Konstante in meinem Leben bin, auf die ich mich immer zu 100% verlassen konnte. Wer so in den eigenen Reihen agiert, von dem braucht mir jedenfalls niemand etwas über Moral oder Ehrlichkeit zu erzählen.

Wenn mir dann beispielsweise von einer dieser Cousinen vorgeworfen wird, ich hätte eine „gespaltene Persönlichkeit“ – nur weil ich mein altes Facebook-Profil mit Klarnamen gelöscht habe und auf einem neuen Profil unter Pseudonym unterwegs bin –, kann ich darüber eigentlich nur schmunzeln. Es amüsiert mich eher, mit welchem Eifer hier moralische Keulen geschwungen werden. Da wird Datensparsamkeit im Netz direkt pathologisiert, während man selbst von der Umwelt verlangt, dass die ganze Welt bedingungslos jede private Regung beklatscht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Und genau da liegt der Punkt: Wahre Toleranz bedeutet nicht, dass man sich gegenseitig lieben oder in den Arm nehmen muss. Sie bedeutet, dass man sich aus dem Weg geht, wenn man nicht zusammenpasst, und dem anderen sein Leben lässt – ohne dass man den Rest der Welt permanent damit belästigt. Doch was sich in der Öffentlichkeit abspielt, hat mit diesem Prinzip rein gar nichts mehr zu tun.

Wenn die rote Linie bei unseren Kindern überschritten wird

Wenn man sich ansieht, was mittlerweile auf Sonderveranstaltungen wie der „Rosa Wiesn“ oder massiven CSD-Paraden geboten wird, verläuft dort für mich eine absolute rote Linie – vor allem bei unseren Kindern. Kinder sollen Kinder bleiben dürfen, solange es geht, und in einem normalen Umfeld aufwachsen. Bilder und Videos sprechen eine deutliche Sprache: Dort geht es längst nicht mehr „nur“ um Homosexualität, sondern um die offene Zurschaustellung von Fetishen, Lack, Leder, BDSM-Elementen und hypersexualisierten Performances im öffentlichen Raum – direkt vor den Augen von Familien mit kleinen Kindern.

Hier wird eine Grenze überschritten, die nie hätte überschritten werden dürfen. Wer fordert, dass Kinder vor frühzeitiger und völlig unangemessener Sexualisierung im Alltag geschützt werden müssen, ist kein Ewiggestriger, sondern handelt vernünftig. Doch wer das kritisiert, erntet reflexartig Schnappatmung und den Vorwurf der Intoleranz. Dabei ist es umgekehrt: Die Intoleranz beginnt dort, wo keinerlei Rücksicht mehr auf den Schutzraum von Kindern genommen wird.

Medienbilder und Eliten: Wenn Toleranz zur Farce wird

Dazu kommt ein Weiteres, das die Akzeptanz in der breiten Bevölkerung massiv beschädigt: der Blick in die Medien. Wenn bei Berichterstattungen über CSD-Veranstaltungen immer wieder jene interviewt werden, die die absolute „Mitte“ der Gesellschaft so gar nicht repräsentieren – Menschen, die sich kaum artikulieren können und ihren Lebensentwurf zur Schau stellen, während sie gleichzeitig von staatlichen Leistungen oder in der sozialen Hängematte leben –, dann sorgt das ganz sicher nicht für mehr Toleranz. Wer sich auf diese Weise präsentiert und gleichzeitig fordert, die Gesellschaft müsse das bedingungslos abfeiern, darf sich über harten Gegenwind nicht wundern.

Das Problem ist in Teilen hausgemacht. Für anhaltende Ablehnung und das Gefühl, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird, sorgen auch Beispiele wie ein Jens Spahn und sein Mann, die sich ein Kind via Leihmutter im Ausland organisiert haben – was in Deutschland illegal ist. Man nutzt als „Promi“ seinen „Promibonus“ und das nötige Kleingeld, um klare gesetzliche Hürden zu umschiffen, während der normale Bürger sich an Recht und Gesetz halten muss. Wenn hier die Eliten Regeln nach Gutdünken dehnen, braucht man sich über schwindendes Verständnis in der Bevölkerung nicht zu wundern. Das hat nichts mit Homophobie zu tun, sondern mit einem intakten Gerechtigkeitsempfinden.

Mich interessiert brennend, wie ihr das seht: Wo verläuft für euch die Grenze zwischen echter Akzeptanz und aufgedrängter Selbstdarstellung? Und wird in unserer Gesellschaft mittlerweile mit zweierlei Maß gemessen, wenn es um Promi-Status und den Schutz von Kindern geht? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare – lasst uns sachlich, aber ungeschniegelt darüber diskutieren!

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