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Warum Tier- und Naturschutz nicht im Widerspruch zum Angeln stehen

Müssen Angeln und Naturschutz im Widerspruch stehen? Ich sage ganz klar nein. Einen Widerspruch sehe ich auch nicht bei Angeln und Tierschutz, wenn ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Als Angler stehen wir regelmäßig vor der gleichen Herausforderung: Oft werden wir von Außenstehenden als Tierquäler oder Umweltsünder abgestempelt. Doch ist diese Kritik völlig aus der Luft gegriffen? Ehrlich gesagt: teilweise nein.

Wer an den Ufern unserer Gewässer unterwegs ist, stößt leider zu oft auf den Unrat einzelner Angler: Styropor-Wurmdosen, Plastik-Madendosen, Schnurreste oder leere Hakenverpackungen. Es reicht eben nicht aus, sich den Natur- und Tierschutz nur auf die Fahne zu schreiben – man muss ihn auch leben.

Auch beim Tierschutz gibt es Handlungsbedarf. Befeuert durch soziale Medien und Influencer liefert ein Teil der Angelcommunity Kritikern täglich neue Munition. Das Stichwort lautet Catch and Release als reiner Selbstzweck: Fische werden für das perfekte Trophäenfoto präsentiert, statt schonend gelandet zu werden. Wenn Fische an der Schnur aus dem Wasser gerissen und mit trockenen Händen angefasst werden, zeugt das von Unwissenheit über die empfindliche Schleimhaut der Tiere. Solches Verhalten führt bei Entscheidungsträgern zu vorschnellem Aktionismus und Verboten – worunter am Ende vor allem diejenigen Angler leiden, die ihr Hobby verantwortungsvoll ausüben.

Ganzheitliches Angeln: Nachhaltige Nahrungsbeschaffung statt Raubbau

Angeln ist im Kern die Urform der Nahrungsbeschaffung für den persönlichen Bedarf. Das schließt Freude am Handwerk und Faszination für die Natur keineswegs aus, verpflichtet aber zu Ethik und Respekt.

Vergleicht man den Eigenfang mit dem Konsum industrieller Fischwaren, wird der Unterschied deutlich:

  • Kein Beifang: Beim gezielten Angeln entsteht kein tonnenweiser Beifang, der nutzlos im Meer stirbt.
  • Kein Raubbau: Ganzheitliche Angler entnehmen Fische mit Augenmaß und angepasst an die vorhandenen Bestände.
  • Maximale Transparenz: Wir decken unseren Bedarf an wertvollem Fisch direkt aus heimischen Gewässern. Durch das peinlich genaue Führen unserer Fangbücher wird jede entnommene Menge transparent aufgezeichnet und nachvollziehbar dokumentiert.

Naturschutz am Gewässer leben

Echter Naturschutz zeigt sich im konkreten Verhalten vor Ort:

  • Wege achten: Sind Zugänge versperrt, weichen wir auf zugängliche Plätze aus, anstatt neue Trampelpfade durch sensible Uferzonen oder Naturschutzgebiete zu schlagen.
  • Keine Spuren hinterlassen: Selbstverständlich wird jeglicher Abfall wieder mitgenommen.
  • Waidgerechter Umgang: Jeder Fisch wird schonend gekeschert. Muss ein Fisch zurückgesetzt werden – sei es wegen des Ufer- oder Mindestmaßes vor dem ersten Ablaichen oder zum Schutz wertvoller Großfische für den Bestand –, sind feuchte Hände Pflicht, um die Schleimhaut vor Infektionen zu schützen. Fische für die Küche werden unverzüglich und waidgerecht betäubt sowie getötet.

Fazit: Angeln ist eine Lebenseinstellung

Dass Angeln sowie Natur- und Tierschutz kein Widerspruch sind, ist keine Frage der Perspektive, sondern des persönlichen Handelns. Angeln ist mehr als ein reiner Zeitvertreib – es ist eine Lebenseinstellung, die Verantwortung mit sich bringt.

Solange sich Teile der Community am Gewässer danebenbenehmen, bleibt die Kritik bestehen. Da die Lobby der Angelgegner stark ist, wird Fehlverhalten schnell zum Nachteil aller. Die Angelcommunity muss daher geschlossen umdenken: Wenn wir die Natur schätzen, sie schützen und so handeln, dass auch morgen noch gesunde Fischbestände existieren, löst sich der scheinbare Widerspruch von selbst auf.

Deine Perspektive ist gefragt!

Egal ob du selbst regelmäßig am Gewässer stehst oder die Thematik als Spaziergänger und Naturfreund von außen beobachtest: Wie nimmst du das Miteinander von Fischerei, Natur- und Tierschutz wahr? Wo siehst du die größten Herausforderungen oder Chancen für ein verständnisvolles Nebeneinander?

Ich freue mich auf einen sachlichen Austausch und unterschiedliche Blickwinkel – hinterlasse deine Gedanken und Erfahrungen gerne unten in den Kommentaren!

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